Goldakupunktur – was sie kann und was sie nicht kann

Goldakupunktur wird häufig mit großen Erwartungen verbunden. Manche Tierhalter hoffen auf eine dauerhafte Lösung für chronische Schmerzen, andere sind unsicher, ob es sich dabei überhaupt um eine sinnvolle medizinische Behandlung handelt.

Die Wahrheit liegt – wie so oft in der Medizin – dazwischen.

Goldakupunktur kann bei ausgewählten Patienten ein sinnvoller Bestandteil einer langfristigen Schmerztherapie sein. Sie ersetzt aber weder eine gründliche Diagnose noch kann sie geschädigte Gelenke „reparieren“.

Entscheidend ist deshalb nicht die Frage:

„Hilft Goldakupunktur?“

Sondern vielmehr:

„Ist sie für genau dieses Tier, mit genau diesem Problem, eine sinnvolle Option?“

Was ist Goldakupunktur eigentlich?

Bei der Goldakupunktur werden sehr kleine Goldimplantate dauerhaft an ausgewählten Punkten im Gewebe platziert.

Die Auswahl dieser Punkte erfolgt nicht nach einem festen Schema für jede Erkrankung, sondern orientiert sich am einzelnen Patienten, seinem Bewegungsapparat, den schmerzhaften Strukturen und den individuellen Befunden.

Der Eingriff erfolgt unter Narkose.

Ziel ist nicht, ein erkranktes Gelenk mechanisch zu verändern. Die Goldimplantate sollen vielmehr langfristig in ein multimodales Behandlungskonzept eingebunden werden und die Schmerztherapie unterstützen.

Für welche Patienten kommt Goldakupunktur infrage?

Goldakupunktur wird vor allem bei chronischen Beschwerden des Bewegungsapparates eingesetzt.

Dazu können beispielsweise gehören:

* Arthrosen
* chronische Gelenkschmerzen
* Beschwerden der Wirbelsäule
* Hüftgelenksprobleme
* Ellenbogengelenkserkrankungen
* degenerative Veränderungen
* chronische Lahmheiten mit gesicherter Ursache

Wichtig ist jedoch:

Nicht jede Lahmheit ist automatisch ein Fall für Goldakupunktur.

Bevor über eine solche Behandlung gesprochen wird, muss klar sein, woher die Beschwerden kommen.

Eine Diagnose steht immer am Anfang

Ein Hund, der lahmt, kann sehr unterschiedliche Ursachen dafür haben.

Neben Arthrose kommen beispielsweise Verletzungen, Bandscheibenprobleme, Erkrankungen von Sehnen und Bändern, neurologische Ursachen oder sogar Tumorerkrankungen infrage.

Deshalb gehören vor einer Entscheidung zur Goldakupunktur eine sorgfältige orthopädische Untersuchung und – je nach Befund – weiterführende Diagnostik dazu.

Das können zum Beispiel sein:

* Röntgenaufnahmen
* neurologische Untersuchung
* weiterführende Bildgebung
* Blutuntersuchungen
* Beurteilung bereits vorhandener Befunde

Goldakupunktur sollte niemals dazu dienen, eine Diagnose zu umgehen.

Was Goldakupunktur leisten kann

Bei geeigneten Patienten kann Goldakupunktur dazu beitragen, Schmerzen langfristig besser zu kontrollieren.

Das Ziel ist dabei nicht zwingend völlige Beschwerdefreiheit.

Viel wichtiger sind im Alltag oft andere Veränderungen:

* ein Hund steht leichter auf
* Spaziergänge werden wieder angenehmer
* Bewegungen wirken weniger steif
* das Tier nimmt wieder aktiver am Alltag teil
* Schmerzmedikamente können unter Umständen reduziert werden
* Lebensqualität und Bewegungsfreude verbessern sich

Wie stark ein Tier profitiert, lässt sich allerdings nicht exakt vorhersagen.

Was Goldakupunktur nicht kann

Goldakupunktur kann keine Arthrose beseitigen.

Ein zerstörter Gelenkknorpel wächst durch Goldimplantate nicht wieder nach. Fehlstellungen verschwinden nicht. Auch anatomische Veränderungen bleiben bestehen.

Sie ist deshalb keine Reparaturmethode.

Ebenso wenig ersetzt sie notwendige Operationen, wenn eine Erkrankung chirurgisch behandelt werden muss.

Das ist ein wichtiger Punkt, denn unrealistische Erwartungen führen schnell zu Enttäuschungen.

Das Ziel ist nicht:

„Das Gelenk wird wieder gesund.“

Sondern:

„Wir versuchen, den Umgang des Körpers mit den bestehenden Veränderungen zu verbessern und Schmerzen möglichst gut zu kontrollieren.“

Warum Goldakupunktur selten allein steht

Chronische Schmerzen sind komplex.

Deshalb besteht eine gute Schmerztherapie meist aus mehreren Bausteinen.

Je nach Patient können dazu gehören:

* Gewichtsmanagement
* angepasste Bewegung
* Physiotherapie
* Muskelaufbau
* Schmerzmedikamente
* Akupunktur
* Goldakupunktur
* Anpassung des Alltags
* Behandlung begleitender Erkrankungen

Welche Kombination sinnvoll ist, hängt vom einzelnen Tier ab.

Gerade bei chronisch orthopädischen Patienten ist es oft die Kombination verschiedener Maßnahmen, die den größten Unterschied macht.

Für wen ist Goldakupunktur eher nicht geeignet?

Auch hier gibt es keine pauschale Antwort.

Zurückhaltend sollte man beispielsweise sein, wenn:

* die Ursache der Beschwerden noch ungeklärt ist
* eine akute Erkrankung vorliegt
* eine Operation die medizinisch sinnvollere Behandlung wäre
* schwere Begleiterkrankungen gegen eine Narkose sprechen
* die Beschwerden nicht aus dem Bewegungsapparat stammen
* unrealistische Erwartungen an die Methode bestehen

Eine ehrliche Einschätzung gehört deshalb immer zur Beratung.

Manchmal lautet das Ergebnis auch:

Goldakupunktur ist für diesen Patienten nicht die beste Lösung.

Und auch das ist eine gute medizinische Entscheidung.

Wie läuft die Behandlung ab?

Vor dem Eingriff wird der Patient gründlich untersucht und die vorhandene Diagnostik ausgewertet.

Anschließend wird individuell geplant, welche Bereiche behandelt werden sollen.

Die Implantation erfolgt unter Narkose. Dabei werden sehr kleine Goldstücke gezielt in das Gewebe eingebracht.

Nach dem Eingriff beginnt nicht sofort ein völlig neuer Hund aus der Narkose aufzustehen.

Veränderungen können sich nach und nach entwickeln. Der Verlauf wird deshalb über Wochen und Monate beurteilt.

Gerade bei chronischen Erkrankungen ist nicht der einzelne gute Tag entscheidend, sondern die Entwicklung über einen längeren Zeitraum.

Woran erkennt man einen Behandlungserfolg?

Das lässt sich am besten am Alltag des Hundes beurteilen.

Hilfreich sind Fragen wie:

* Steht mein Hund leichter auf?
* Läuft er wieder freiwilliger?
* Vermeidet er bestimmte Bewegungen weniger?
* Kann er länger spazieren gehen?
* Ist er nach Belastung weniger steif?
* Braucht er weniger Schmerzmedikation?
* Wirkt er insgesamt zufriedener und aktiver?

Manchmal sind Veränderungen zunächst subtil.

Deshalb kann es sinnvoll sein, bereits vor der Behandlung Videos aufzunehmen oder den Alltag des Hundes bewusst zu dokumentieren.

Goldakupunktur ist kein Versprechen – sondern eine Option

In der Schmerzmedizin gibt es selten die eine Maßnahme, die bei jedem Patienten funktioniert.

Goldakupunktur kann für manche Hunde eine sehr hilfreiche Behandlung sein.

Für andere ist ein anderes therapeutisches Konzept sinnvoller.

Entscheidend ist deshalb eine individuelle Beratung ohne falsche Versprechen.

Die Frage sollte nie lauten:

„Können wir Gold machen?“

Sondern:

„Was braucht dieses Tier, um möglichst lange möglichst gut und schmerzarm leben zu können?“

Genau danach sollte sich jede Behandlung richten.

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Tierarztpraxis Welk
Goldakupunktur, Orthopädie und individuelle Schmerztherapie.

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