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Plötzliches Kopfschütteln, Niesen oder Pfotenlecken: Könnte eine Granne dahinterstecken?
Kleine Pflanzenteile können sich in Ohren, Pfoten, Nase oder Augen festsetzen und dort schmerzhafte Entzündungen verursachen.
Gerade im Sommer sehen wir immer wieder Hunde, die plötzlich heftig den Kopf schütteln, an einer Pfote lecken oder nach dem Spaziergang anhaltend niesen. Dahinter kann eine Granne stecken.
Grannen sind borstige Bestandteile verschiedener Gräser und Getreidearten. Ihre feinen Widerhaken sorgen dafür, dass sie sich leicht im Fell festsetzen. Von dort können sie in Körperöffnungen oder durch die Haut eindringen.
Das Problem: Eine Granne löst sich nicht immer von selbst. Durch Bewegung und ihre gerichteten Widerhaken kann sie tiefer in Gewebe oder Körperhöhlen gelangen und dort Entzündungen, Abszesse und anhaltende Schmerzen verursachen.
Typische Eintrittsstellen
Wo Grannen beim Hund häufig Probleme machen
Ohren
Besonders Hunde mit hängenden oder stark behaarten Ohren können betroffen sein. Eine Granne im Gehörgang verursacht häufig plötzliches, heftiges Kopfschütteln, Kratzen und Schmerzen.
Pfoten und Zwischenzehenräume
Grannen können sich zwischen den Zehen festsetzen und durch die Haut eindringen. Typisch sind intensives Lecken, Rötung, Schwellung, Schmerz oder eine kleine nässende Stelle.
Nase
Wird eine Granne eingeatmet, beginnt der Hund häufig plötzlich und anhaltend zu niesen. Auch einseitiger Nasenausfluss oder Reiben der Nase mit der Pfote sind möglich.
Augen
Grannen können unter die Lider oder hinter die Nickhaut gelangen. Zukneifen des Auges, Tränenfluss, Rötung und plötzliches Reiben sind Warnzeichen.
Maul und Rachen
Beim Schnüffeln oder Spielen können Pflanzenteile in Maul und Rachen geraten. Würgen, Husten, Schluckbeschwerden oder plötzliches Speicheln sollten untersucht werden.
Haut und tieferes Gewebe
Durch kleine Hautverletzungen können Grannen einwandern. Dann entstehen manchmal erst Tage oder Wochen später schmerzhafte Schwellungen, Fistelgänge oder wiederkehrende Abszesse.
Warnzeichen
Bei diesen Symptomen bitte nicht lange abwarten
- plötzliches, heftiges Kopfschütteln
- anhaltendes Niesen nach dem Spaziergang
- einseitiger Nasenausfluss oder Nasenbluten
- plötzliches Zukneifen oder Reiben eines Auges
- intensives Lecken an einer einzelnen Pfote
- Schwellung oder nässende Stelle zwischen den Zehen
- Würgen, Husten oder Schluckbeschwerden
- schmerzhafte, wiederkehrende Schwellungen oder Abszesse
Wichtig
Bitte nicht tief im Ohr, Auge oder in einer Wunde suchen
Eine oberflächlich im Fell liegende Granne kann vorsichtig entfernt werden. Sitzt sie jedoch im Gehörgang, unter dem Lid, in der Nase oder bereits in einer Wunde, sollte nicht mit Pinzette, Wattestäbchen oder anderen Gegenständen versucht werden, sie selbst herauszuholen.
Dabei kann die Granne tiefer geschoben, abgebrochen oder empfindliches Gewebe verletzt werden. Häufig ist eine gründliche Untersuchung mit Otoskop, Sedation, Spülung, Bildgebung oder einem kleinen chirurgischen Eingriff notwendig.
In der Praxis
Wie wir bei Verdacht auf eine Granne vorgehen
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1
Symptome und Zeitpunkt einordnen
Wann begann das Verhalten? Trat es direkt nach einem Spaziergang auf? Welche Körperstelle ist betroffen?
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2
Betroffene Stelle gründlich untersuchen
Je nach Lage werden Ohr, Pfote, Nase, Auge, Maul oder Haut gezielt kontrolliert.
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3
Granne vollständig entfernen
Die Granne muss möglichst vollständig geborgen werden. Bei schmerzhaften oder schwer zugänglichen Stellen kann eine Sedation oder Narkose nötig sein.
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4
Entzündung und Verletzung behandeln
Je nach Befund können Wundversorgung, Spülung, Schmerztherapie oder weitere Behandlungsschritte erforderlich sein.
Nach dem Spaziergang
So können Sie das Risiko reduzieren
Fell kontrollieren
Suchen Sie besonders Ohren, Achseln, Leisten, Bauch und Rute nach trockenen Pflanzenteilen ab.
Pfoten anschauen
Kontrollieren Sie die Zwischenzehenräume und Ballen, vor allem bei langem oder dichtem Fell.
Fell kurz und übersichtlich halten
Langes Fell zwischen den Zehen und an den Ohren kann Grannen leichter festhalten. Vorsichtiges Kürzen erleichtert die Kontrolle.
Trockene Wiesenränder meiden
In der Grannenzeit sind trockene, hochgewachsene Grasbestände und abgeerntete Feldränder besonders problematisch.
Plötzliche Symptome ernst nehmen
Je früher eine Granne gefunden und entfernt wird, desto geringer ist das Risiko, dass sie tiefer wandert.
Nicht auf sichtbare Schwellung warten
Gerade in Ohr, Nase oder Auge können starke Beschwerden entstehen, bevor von außen etwas zu erkennen ist.
Unser Fazit
Kleine Ursache – manchmal große Wirkung
Eine Granne ist nicht immer ein Notfall. Plötzliches heftiges Kopfschütteln, anhaltendes Niesen, ein schmerzhaftes Auge oder intensives Pfotenlecken sollten jedoch zeitnah untersucht werden.
Je früher der Fremdkörper gefunden wird, desto einfacher und schonender lässt er sich in der Regel entfernen.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung.